
Das Viechtacher Freibad ist dringend renovierungsbedürftig. Allein die Wiederherstellung des derzeit gesperrten Springerbeckens würde aber rund 1,3 Millionen Euro Kosten verursachen - Geld, das die Stadt derzeit nicht hat. Im bayerischen Doppelhaushalt hat die Regierungsmehrheit von CSU und Freien Wählern aber die Fördermittel für kommunale Schwimmbäder von 20 auf 10 Millionen Euro halbiert.
Der Grünen-Abgeordnete Toni Schuberl hätte sich gewünscht, dass das Gegenteil passiert: "Wir haben einen Änderungsantrag eingebracht, um die Schwimmbadförderung auf 60 Millionen Euro aufzustocken. Das war auch gegenfinanziert und durchgerechnet. Aber das wollten CSU und Freie Wähler nicht, obwohl unsere Schwimmbäder nicht nur zur Erholung wichtig sind, sondern gerade auch für die Kinder zum Schwimmenlernen. Da geht es um deren Sicherheit!"
Kritisch betrachtet Schuberl die Mitteilung des CSU-Abgeordneten Stefan Ebner, dass das Viechtacher Schwimmbad von 50.000 Euro aus der sogenannten Fraktionsreserve der CSU profitieren soll. "Diese Fraktionsreserve ist Steuergeld, das die CSU-Abgeordneten nach Gutdünken verteilen. Und sie verkaufen es dann so, als hätten sie es aus eigener Tasche bezahlt. Ich finde das unlogisch: Erst die Schwimmbadförderung um 10 Millionen Euro kürzen, sich dann aber für 50.000 Euro in der Region feiern lassen - wohlwissend, dass das vorne und hinten nicht reicht. Das ist ein unehrlicher Politikstil." Schuberl fordert Ebner auf, sich in seiner Fraktion für eine ausreichende Förderung einzusetzen, denn Viechtach verdiene eine echte Lösung des Schwimmbadproblems.
Die Stadträtin Eva Bauernfeind (Zukunft Viechtach) stimmt Schuberl zu: "An sich freuen wir uns immer, wenn wir als Stadt finanzielle Unterstützung bekommen. Aber die 50.000€ bleiben jetzt so lange ungenutzt, bis wir die restlichen 1.250.000€ für die Beckenrestaurierung aufgetrieben haben. Da hätten wir an anderer Stelle mehr damit anfangen können."
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